The Politics of Time in the Making. Queere Zeitlichkeiten und dekoloniale Zukünfte

Jahresworkshop der AG Gender/Queer Studies und Medienwissenschaften

14. Juli 2018, 10 – 19 Uhr
UdK Berlin, Einsteinufer 43-55, 10587 Berlin, Raum 203

Der Workshop diskutiert Fragen der Zeitlichkeit und Zukünftigkeit vor dem Hintergrund von Konzepten von Muñoz, Berlant, Edelman, Halberstam, Freeman, Keeling und anderen Autor_innen. Ausgangspunkt ist dabei ein nicht zuletzt durch aktuelle rechtspopulistische und neurechte Verwerfungen belebtes Verlangen nach alternativen Zukünften und Vergangenheiten. Zukunft darf nicht denen überlassen werden, die diese im Hier und Jetzt auf Heimat[1] und Nation rückbeziehen wollen. Gleichzeitig erleben wir eine diskursive ‚Aufwertung‘ von Zukunft unter dem neoliberalen Vorzeichen des technologisch Machbaren. Diese steht den apokalyptischen Szenarien, die sich in Folge des Anthropozäns verdichten, gegenüber. Parallel zu diesen verschiedenen Imaginationen von Zukunft setzen sich vor allem im popkulturellen und künstlerischen Spektrum Ästhetiken des Dekolonialen und Afrofuturistischen durch. Gender und Sexualität spielen dabei aus unserer Sicht eine wichtige Rolle und sollen verknüpfend mit Konzepten der Zeitlichkeit – als Queer Pasts, Feminist Futures und intersektionale Zeitlichkeiten – diskutiert werden. Wir haben Michelle Wright eingeladen, die mit uns die Einleitung aus ihrem Buch Physics of Blackness. Beyond the Middle Passage Epistemology und vor allem das darin verhandelte Konzept der epiphenomenal time diskutieren wird.

Organisation: Julia Bee, Katrin Köppert, Stephan Trinkaus

Programm

10:00-10:30    Begrüßung und Einführung

Julia Bee, Katrin Köppert, Stephan Trinkaus

10:30-12:00    Textdiskussion

Lektüre: Henriette Gunkel: Alienation, Fictioning, and Queer Disconten

12:00-13:00    Mittagspause

13:00-14.30    Input und Diskussion

Michelle M. Wright: The Myth of Objective Enlightenment and the Promise of the Subjective Now: Epiphenomenal Spacetimes and Intersectionality

Lektüre: Wright, Michelle M. Introduction. Many Thousand Still Coming: Theorizing Blackness in the Postwar Moment, in: dies.: Physics of Blackness. Beyond the Middle Passage Epistemology. Minneapolis, London: University of Minnesota Press, pp. 1-35.

14:30-15:00    Pause

15:00-16:30    Diskussion

More Times, No Times, Other Times: Queere und dekoloniale Zeitlichkeiten

16:30-17:00    Pause

17:00-18:00    AG Orga

19:00              Abendessen

Anmeldung und Texte (inklusive Hintergrundlektüre für die einzelnen Slots) unter: k.koeppert@udk-berlin.de

 

[1] Die Cottbuser Bürgerinitiative „Zukunft Heimat“ demonstriert zum Beispiel unter der Ägide Zukunft gegen Migrant_innen, Geflüchtete und eine offene Gesellschaft.

Symposium . un/sounding gender . 8. Juni 2018 . HU Berlin

Veranstaltet vom
Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien (ZtG) der Humboldt-Universität zu Berlin

in Kooperation mit

Geschichte und Theorie der visuellen Kultur der Universität der Künste Berlin

Freitag, 8. Juni 2018
Heilig-Geist-Kapelle*, Spandauer Str. 1, Berlin

Organisiert von

Silvy Chakkalakal
Gabriele Jähnert
Katrin Köppert
Brigitta Kuster
L.J. Müller

Auch wenn Sound mit dem verstärkten Erkenntnisinteresse an den Sinnen in der Forschung nicht mehr randständig ist, fehlt in der Auseinandersetzung mit neuen Medienpraktiken wie mobilen Musikapparaten, Playlist-Bibliotheken, Cloud-Speichern, geo-tagged Soundmaps oder Auto-Tune Technologien eine stringente gendertheoretische Perspektive. Gender Studies dekonstruieren die Machtstrukturen innerhalb von Wissensproduktionen und stellen dabei Methodologien bereit, um beispielsweise mit unwiderruflich verlorenen oder schwer ertragbaren Klängen umzugehen. Situierte Wissensproduktion, spekulatives Denken und queere Lesarten sind nur einige Ansätze, die ‚Geister‘ der Geschichte und kaum vernehmbare Stimmen hörbar zu machen. Sound als ein Wissensobjekt und Forschungswerkzeug muss daher jenseits von Registratur und Vermessung analysiert werden. Zugleich möchten wir Sound als ein Epistem verstehen, das spezifische Dimensionen von Macht und Geschlecht in Geschichte(n) und Gegenwart hervorbringt. So ermöglicht die Erforschung von Sound, Machtrelationen neu zu durchdenken und Gender innerhalb komplexer Verflechtungen mit unterschiedlichen Hierarchien zu beleuchten. UN/SOUNDING GENDER inspiriert, das Problem akustischer Konstellationen von (hetero-)normativen und (de/post-)kolonialen Gender-Relationen zu fokussieren. Darüber hinaus möchten wir die Möglichkeiten eines ‚Verlernens‘ und ‚Verlehrens‘ von hegemonialem Wissen innerhalb kolonialer und feministischer Soundarchive diskutieren. UN/SOUNDING GENDER kann somit auch Wege eröffnen, Schweigen als Widerstand gegenüber neo-kolonialer Versklavung und/oder rechter Migrationspolitiken hörbar zu machen.PROGRAMM

9:30
Begrüßung

9:45 – 10:45
Gabriele Dietze (Universität Trier)
Rechte Töne.
Wenn populistischer Frauenpop die Antwort ist, was war die Frage?

Moderation: Silvy Chakkalakal (Humboldt-Universität zu Berlin)

10:45 – 11:00
Kaffeepause

11:00 – 13:00
Considering In-/Equalities in Pop Sounds

L.J. Müller (Humboldt-Universität zu Berlin)
Ist das der Klang von Feminismus oder weißen Privilegien?
Zu Taylor Swifts neuem Album „Reputation“.

Veronika Muchitsch (Uppsala University)
Vocal Figurations.
Considering Bodies, Subjects, and Technologies in Anohni‘s „Drone Bomb Me“

Moderation: Monika Bloß (Berlin)

13:00 – 14:30
Mittagspause

14:30 – 16:30
Archivische Spannungsfelder zwischen Sound und Stimme

Britta Lange (Humboldt-Universität zu Berlin)
Das Volk hörbar machen.
Tonaufnahmen des Instituts für Lautforschung aus dem Zweiten Weltkrieg

Saskia Köbschall (SAVVY Contemporary, Berlin)
R E D  H A T  B L U E S :
On Colonial Conscripts, Music Restitution and Sounds of De-Contamination

Nathalie Anguezomo Mba Bikoro (artist, Berlin)
„We Built The Kilimanjaro“.
Artistic Investigations to an incomplete Archive

Moderation: Brigitta Kuster (Humboldt-Universität zu Berlin)

16:30 – 17:00
Kaffeepause

17:00 – 18:30
Kara Keeling (University of Southern California)
„I Feel Love“:
Race, Gender, Technē, and the (Im)Proper Sonic Habitus

Moderation: Katrin Köppert (Universität der Künste Berlin)

Konferenzsprachen: Deutsch, Englisch
* Zugang leider nicht barrierefrei (ca. 4 Stufen), wir leisten bei Bedarf Unterstützung

CfP ’nach dem film‘: Feminismus und Film

Die Filmbranche ist derzeit von Erschütterungen erfasst: Frauen* wehren sich öffentlichkeitswirksam gegen sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch. Gleichzeitig schließen sie sich zu Bündnissen wie Pro Quote Film zusammen und kämpfen für gerechte Produktionsbedingungen. ›Film‹ lässt sich ohne Zweifel als patriarchale Dominanzkultur beschreiben, auf deren Unterminierung die beiden gegenwärtigen Flügel des Aktivismus zielen. Historische Vorformen solcher Unterwanderungsversuche sind in Netzwerken von feministischen Filmemacher*innen von den 1960er Jahren bis heute auszumachen – auf der künstlerischen Ebene finden sie ihren Ausdruck in ästhetischen Strategien des sogenannten Gegenkinos oder in Publikationen von Filmdenker*innen, etwa in der Zeitschrift Frauen und Film. Die No 17 von nach dem film fragt nach aktuellen Positionen feministischer Filmtheorie und -praxis. Vorschläge für Beiträge können in Form eines halbseitigen Exposés in deutscher oder englischer Sprache bis zum 01.05.2018 per Mail eingereicht werden: info@nachdemfilm.de.

http://nachdemfilm.de/issues/no-17-feminismus-und-film

Call for Papers: Best Publication Award Gender & Medien 2018

In der Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Gender und Medien ergeben sich grundlegende Fragestellungen medienwissenschaftlicher Forschung. Dabei geht es zum einen um die politische Rolle, die soziale Funktion und die kulturelle Bedeutung von Medien und Medientechniken im Verhältnis zu den in komplexe Machtverhältnisse eingelagerten Konstruktionsweisen von Geschlecht und seinen Interdependenzen mit Sexualität, Race, Klasse, Dis-/Ability und anderen Differenzkategorien. Zum anderen werden die ästhetische Erfahrung von audiovisuellen Re/Präsentationen und die geschlechtliche Codierung materielldiskursiver

Interferenzen adressiert. Die medienwissenschaftlichen Ansätze stellen sich dabei so vielfältig dar wie es die Diversität und Komplexität von Differenz- und Konstitutionsprozessen in und durch mediale Verfahren erfordern. Es werden sowohl Theorien und Methoden entwickelt, um wissenshistorische wie -theoretische Prämissen zu untersuchen, als auch neue Forschungsfragen und -felder generiert.

Um laufende Forschungsarbeiten aus dem Bereich der Gender Media Studies hervorzuheben und zu fördern, hat die AG Gender/Queer Studies und Medienwissenschaft der Gesellschaft für Medienwissenschaft den „Best Publication Award Gender & Medien“ ins Leben gerufen, der 2010 erstmals verliehen wurde. Er ist mit 1000 € dotiert. Zu den inhaltlichen Kriterien der Auszeichnung zählen die Reflexion der eigenen Position im Feld von Gender und Medien, ein innovativer Forschungsansatz sowie ein klarer theoretisch-konzeptueller Umgang mit der behandelten Thematik und dem analysierten Material.

Wir möchten insbesondere den wissenschaftlichen Nachwuchs auffordern, Texte einzureichen. Neben Artikeln in Sammelbänden und Zeitschriften können auch Essays und andere Textformen eingereicht werden. Ausgeschlossen sind Monografien, Qualifikationsschriften, ganze Sammelbände und einzelne Zeitschriftenausgaben. Texte können in deutscher oder englischer Sprache eingereicht oder vorgeschlagen werden, wenn sie im Jahr 2016/17/18 (01.07.16 bis 01.07.18) publiziert wurden. In Druck befindliche oder vor Juli 2016 publizierte Texte können nicht berücksichtigt werden. Ebenso werden Zweiteinreichungen nicht berücksichtigt. Pro Person darf nur eine Publikation eingereicht oder vorgeschlagen werden. Bei mehrfacher Autor_innenschaft gilt jede_r Autor_in als Einreicher_in.

Der Text wird von der Jury der AG Gender/Queer Studies und Medienwissenschaft ausgewählt und der Preis im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft Ende September 2018 in Siegen verliehen. Die Jury setzt sich zusammen aus: Maja Figge, Stefanie Fock, Anja Michaelsen, Linda Waack und Anke Zechner.

Einsendeschluss: 31. Juli 2018

Den Text bitte (als pdf) an folgende Adresse senden:

award-gender-medien@gfmedienwissenschaft.de

Rückfragen bitte ebenfalls an diese Adresse.

CfP: Best Publication Award Gender & Medien 2017

In der Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Gender und Medien ergeben sich grundlegende Fragestellungen medienwissenschaftlicher Forschung. So erweisen sich die politische Rolle, die soziale Funktion und die kulturelle Bedeutung von Medien und Medientechniken bzw. die in intersektionalen Machtverhältnissen eingelagerten Konstruktionsweisen von Geschlecht als ebenso zentrale Themen wie die ästhetische Erfahrung von audiovisuellen Re/Präsentationen und die geschlechtliche Codierung materiell-diskursiver Interferenzen. Die medienwissenschaftlichen Ansätze stellen sich dabei so vielfältig dar wie es die Diversität und Komplexität von Differenz- und Konstitutionsprozessen in und durch mediale Verfahren erfordern. Es werden sowohl Theorien und Methoden entwickelt, um wissenshistorische wie -theoretische Prämissen zu untersuchen, als auch neue Forschungsfragen und -felder generiert.

Um laufende Forschungsarbeiten aus dem Bereich der Gender Media Studies hervorzuheben und zu fördern, hat die AG Gender/Queer Studies und Medienwissenschaft der Gesellschaft für Medienwissenschaft den „Best Publication Award Gender & Medien“ ins Leben gerufen, der 2010 erstmals verliehen wurde. Er ist mit 1000€ dotiert.

Zu den inhaltlichen Kriterien der Auszeichnung zählen die Reflexion der eigenen Position im wissenschaftlichen Feld von Gender/Queer Studies und Medien, ein innovativer Forschungsansatz sowie ein klarer theoretisch-konzeptueller Umgang mit der behandelten Thematik und dem analysierten Material. Wir möchten insbesondere den wissenschaftlichen Nachwuchs auffordern, Texte einzureichen. Neben Artikeln in Sammelbänden und Zeitschriften können auch Essays und andere Textformen eingereicht werden, wenn sie den oben genannten Anforderungen entsprechen. Ausgeschlossen sind ausdrücklich Monografien, Qualifikationsschriften, ganze Sammelbände und einzelne Zeitschriftenausgaben.

Texte können in deutscher oder englischer Sprache eingereicht oder vorgeschlagen werden, wenn sie im Jahr 2015/16/17 (1.6.15 bis 1.7.17) publiziert wurden. In Druck befindliche oder vor Juni 2015 publizierte Texte können nicht berücksichtigt werden. Ebenso werden Zweiteinreichungen nicht berücksichtigt. Pro Person darf nur eine Publikation eingereicht oder vorgeschlagen werden. Bei mehrfacher Autor_innenschaft gilt jede_r Autor_in als Einreicher_in.

Der Text wird von der Jury der AG Gender/Queer Studies und Medienwissenschaft ausgewählt und der Preis im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft im Oktober 2017 in Erlangen verliehen. Die Jury setzt sich zusammen aus: Nadine Dannenberg, Maja Figge, Karin Harrasser, Nicole Kandioler, Angela Koch, Anja Michaelsen und Anke Zechner.

Einsendeschluss: 31. Juli 2017

Den Text bitte (als pdf) an folgende Adresse senden: award-gender-medien@gfmedienwissenschaft.de Rückfragen bitte ebenfalls an diese Adresse.

Call als PDF: http://www.genderqueermedien.org/wp-content/uploads/2017/05/CfP_Best-Publication-Award-Gender-und-Medien_2017.pdf