Projekte: Véronique Sina

Dr. Véronique Sina ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienkultur und Theater der Universität zu Köln. An der Ruhr-Universität Bochum hat sie mit einer Arbeit zu Comic – Film – Gender. Zur (Re-)Medialisierung von Geschlecht im Comicfilm (transcript 2016) promoviert. Derzeit verfolgt sie ein Habilitationsprojekt zur diskursiven Konstruktion kultureller jüdischer Identität(en) in visuellen Medien. Als Postdoc ist sie am DFG-Graduiertenkolleg „Das Dokumentarische. Exzess und Entzug“ assoziiert. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen: Gender und Queer Studies, Visual Studies, Medienästhetik, Holocaust Studies, Jewish Cultural Studies, Comic‐ und Intermedialitätsforschung. Sie ist Mitbegründerin und Sprecherin der AG Comicforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) sowie zweite Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft für Comicforschung (ComFor).

Comic – Film – Gender. Zur (Re-)Medialisierung von Geschlecht im Comicfilm (Dissertation)

Welche Rolle spielt die Kategorie Gender für die Konstitution von Comic und Film?

Véronique Sina geht dieser Frage anhand ausgewählter Comic- und Filmbeispiele wie Frank Millers »Sin City«, Enki Bilals »Immortel (ad vitam)« oder Matthew Vaughns »Kick-Ass« nach. Auf Basis einer detailreichen, vergleichenden Analyse beider Medien entwickelt sie das Konzept des performativen Comicfilms und verdeutlicht dabei gleichzeitig, wie sich Comic, Film und Gender wechselseitig generieren und produktiv aufeinander einwirken. Mit dieser Fokussierung auf die reziproke Beziehung der Performativität von Gender sowie der Medialität des Performativen leistet die Studie einen wichtigen Beitrag zu den Gender-Media Studies.

Queering Jewishness – Jewish Queerness. Diskursive Konstruktionen kultureller jüdischer Identität(en) in (audio-)visuellen Medien (Habilitationsprojekt)

Wie werden geschlechtlich codierte kulturelle jüdische Identität(en) in unterschiedlichen Medienkonstellationen hergestellt und verhandelt? Anhand konkreter Beispiele werden in diesem Projekt die zeitgenössische Repräsentation kultureller jüdischer Identität(en) in (audio-)visuellen Formen aus der interdisziplinären Perspektive der Jewish Visual Culture Studies untersicht. Neben dem wechselseitigen Ineinandergreifen verschiedener ordnungsstiftender sowie identitätspolitischer Kategorien wie Ethnizität, Religion, Gender, Klasse oder Körper, wird im Rahmen des Forschungsvorhabens ein besonderer Fokus auf die vielschichtige Verbindung zwischen Jewishness und Queerness gelegt, welche spätestens im 19. Jahrhundert in der weit verbreiteten Vorstellung einer durch Jüd_innen verkörperten transgressiven, abweichenden Sexualität ihren Ausdruck findet. Primärer Analysegegenstand sind ausgewählte autobiografische Werke der jüdisch-amerikanischen Comickünstlerin Aline Kominsky-Crumb, die US-amerikanische Amazon Originals-Serie TRANSPARENT (seit 2014) sowie die europäische Kinofilmproduktion DIE BLUMEN VON GESTERN (A/D/F 2017). In all diesen Beispielen wird ‚Jüdischsein’ nicht nur als ‚Anderssein’, sondern auch als Form der Queerness inszeniert und problematisiert.

Website: https://veronique-sina.de