CfP Best Publication Award Gender und Medien 2021

Wir freuen uns, bereits zum elften Mal den Best Publication Award Gender und Medien für herausragende Forschungsarbeiten im Bereich Gender Media Studies ausloben zu können. Bis zum 31.07.2021 sind Einreichungen für den mit 1.000 EUR dotierten Preis möglich. Nachdrücklich richtet sich die Einladung an Autor*innen auf frühen Karrierestufen. Einreichungen eigener Arbeiten sind ebenso willkommen wie Vorschläge von Texten anderer Personen.

Die Jury, in diesem Jahr bestehend aus Natascha Frankenberg, Irina Gradinari, Louise Haitz, Feng-Mei Heberer und Mary Shnayien, freut sich auf zahlreiche Beiträge!

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Prof. Dr. Henriette Gunkel und der Gesellschaft für Medienwissenschaft, die den Preis in diesem Jahr finanzieren.

Intersektionale Bildungsarbeit – Maisha Maureen Auma lesen

Dank kritischer und engagierter Forschung wissen wir, dass sich Rassismus nicht zuletzt in Bildung und Erziehung niederschlägt. Rassismus wird in Institutionen des Bildungsbetriebs strukturell etabliert, praktisch wiederholt und gesellschaftlich gefestigt. Dies betrifft nicht nur Inhalte (z. B. „Kolonialamnesie“ in der Schule), sondern auch Methoden, historische Perspektiven und die (empowernde oder ausschließende) Kommunikation zwischen Bildungsakteur*innen. Immer noch entscheiden Bildungsinstitutionen ab frühester Kindheit und über verschiedene biographische Etappen hinweg wesentlich über den beruflichen Erfolg und soziale Anerkennung und weisen so gesellschaftliche Positionen und Un/Möglichkeiten der Teilhabe zu.

Maisha Auma forscht genau zu diesem Thema und erarbeitet Perspektiven zu Diversität in der Bildungsarbeit. Ihre Arbeit bietet daher wichtige Anknüpfungspunkte für inhaltliche, methodische und hochschuldidaktische Arbeit für Forschende und Lehrende, die wir euch hier zur Lektüre empfehlen möchten. Sie bieten wichtige Impulse für die Arbeit an und mit Medien der Kindheit und Jugend, für Institutionenkritik und für intersektionale Antidiskriminierungsarbeit an Hochschulen. Als an Bildungsinstitutionen tätige Lehrende können wir viel von ihren intersektionalen Perspektiven lernen.

Daher möchten wir anbei ein paar anregende Texte empfehlen – vielleicht auch im Hinblick auf das neu zu planende Semester, als Lektüre in Arbeitskreisen an euren Institutionen und als Empfehlung für Kolleg*innen, für die Lehrplanung und strukturelle Debatten, die ihr entlang dieser interdisziplinär sehr gut zugänglichen Texte an euren Hochschulen und Bildungsinstitutionen einbringen könnt.
Auftakt ist dieses lesenswerte Interview mit Maisha Auma im Tagesspiegel zu strukturellem Rassismus an deutschen Hochschulen – eine Diskussion zu institutionellem Rassismus, die wir auch im FAM führen: „Nur tagsüber sind Universitäten weiße Institutionen“: https://www.tagesspiegel.de/wissen/struktureller-rassismus-an-deutschen-hochschulen-nur-tagsueber-sind-universitaeten-weisse-institutionen/26730214.html
Der folgende Text eignet sich auch sehr gut für die Seminardiskussion. Er bietet einen niedrigschwelligen Einstieg in intersektionale Antidiskriminierungsarbeit anhand der Diskussion um die Streichung des Begriffs „Rasse“ in Artikel 3 des Grundgesetzes.
https://www.bpb.de/apuz/antirassismus-2020/316764/fuer-eine-intersektionale-antidiskriminierungspolitik
Das mit Susan Arndt, Grada Kilomba und Peggy Piesche herausgegebene Buch Mythen, Masken und Subjekte ist ein Klassiker der Critical Whiteness-Forschung und der postkolonialen Kritik:
https://www.unrast-verlag.de/ebooks/mythen-masken-und-subjekte-213-213-detail
Für den Bereich der Konzeptualisierung von Kultur und Kunst zwischen Antidiskriminierung, kultureller Bildung und Medien der Kindheit (Pippi Langstrumpf…) bietet der Beitrag „Kulturelle Bildung in pluralen Gesellschaften: Diversität von Anfang an! Diskriminierungskritik von Anfang an!“ wichtige Perspektivierungen.
https://www.kubi-online.de/artikel/kulturelle-bildung-pluralen-gesellschaften-diversitaet-anfang-diskriminierungskritik-anfang
Die Texte von Maisha Auma können in der Bildungspolitik, -arbeit und-praxis tätigen Menschen wichtige Impulse geben. Warum sie nicht in die eigene Institution/ an das eigene Institut tragen, um so direkt vor Ort strukturellen Rassismus zu thematisieren?

Als Medienwissenschaftler*innen interessieren uns Formate und Formationen wie Didaktiken für unsere Forschung und Lehre. Wir profitieren von diesen und weiteren Ressourcen, auf die wir für unsere Auseinandersetzung mit sich „potenzierenden Ausschließungsprozessen“ (Auma) zurückgreifen. Daher freuen wir uns auf weitere Texte von Maisha Auma in wissenschaftlichen und politischen Debatten und schätzen ihre intersektionalen Impulse als essentiell für aktuelle Debatten. Wir verurteilen daher die Angriffe der AfD auf Maisha Maureen Auma. Da sie sich auf ein unmittelbar vor dem Wissenschaftstag #4genderstudies veröffentlichtes Interview beziehen, handelt es sich auch um Angriffe auf die Gender Studies und insbesondere intersektional arbeitende Forschende und Lehrende. Daher erklären wir uns explizit mit der Perspektive und der Arbeit von Maisha Auma solidarisch und teilen sie hier. Wir schließen uns ihrem sich durch ihre Texte ziehenden Plädoyer für eine multiperspektivische, vielfältige und diskriminierungssensible intersektionale Bildungsarbeit an.

Euer FAM
(Forum Antirassismus Medienwissenschaft)

DFG Forschungsnetzwerk Gender Medien Affekt

Das von der DFG geförderte Forschungsnetzwerk Gender Medien Affekt erforscht in den kommenden drei Jahren kollaborativ das enge Verhältnis zwischen Gender Studies und Medienwissenschaft im Zuge digitaler Affektökonomien. Die Mitglieder diskutieren, wie Geschlecht, Medien und Affekt zusammenwirken und wie gesellschaftliche, subjektive und kulturelle Prozesse über Fragen von Geschlecht und Medialität erklärt werden. Dieser Konnex wird mit einem Fokus auf eine spezifische affektive Konjunktur herausgearbeitet, die in Hate Speech, Digitaler Gewalt oder Cyberrassismus sichtbar wird. Expert*innen aus den Bereichen Postkoloniale Kunst- und Kulturwissenschaft, Affect Studies, Feminist Science Studies, Migration, Critical Whiteness Studies, Jewish Studies und New Materialism arbeiten im Bereich der Gender Queer Studies und Medienwissenschaft zusammen. Intersektionale Perspektiven, situierte und reflexive Methoden sowie kollegiale Feedbackmethoden bestimmen die Arbeitsweisen. Geleitet bzw. koordiniert wird das Netzwerk von Katrin Köppert und Julia Bee.

Mitglieder: Julia Bee, Jasmin Degeling, Jennifer Eickelmann, Maja Figge, Irina Gradinari, Henriette Gunkel, Nanna Heidenreich, Sarah Horn, Goda Klumbyte, Katrin Köppert, Anja Michaelsen, Isabell Otto, Véronique Sina, Stephan Trinkaus.

AG Workshop: Queerfeministische Kompostierungen der Digitalität

Queerfeministische Kompostierungen der Digitalität

Workshop-Treffen der AG Gender/Queer Studies und Medienwissenschaft der Gesellschaft für Medienwissenschaft ausgerichtet von der Rheinischen Sektion der Kompostistischen Internationale

17. Oktober 2020, 11-15 Uhr, Zoom

Die COVID-19 Pandemie bringt bestimmte Konstellationen an digitalen Gefügen hervor. Tools wie Zoom, WebEx und Microsoft Teams erhielten Einzug in den Alltag des (zwischenmenschlichen) Miteinanders und rufen somit eine neue Dringlichkeit auf den Plan. Wie verantworten wir die neu geknüpften (prekären) (Techno-)Ökologien mit ihren Prozessen und Entitäten? Wie können wir die Materialität und Medialität des Digitalen diffraktiv denken? Kurz: Wie verhalten wir uns queer-feministisch zu und mit dem Phänomen der ‚Digitalisierung‘? Kann einem algorithmischen Anders-Werden stattgegeben werden?

Herausgefordert durch eine radikale Unverfüg/ fug/barkeit des Algorithmischen wollen wir in diesem Workshop nach Eigenlogiken der Komputation fragen und Möglichkeiten einer ‚Kompostierung‘ des Digitalen ausloten. Mit ‚Kompostierung‘ knüpfen wir an Donna Haraways Claim des „we are all compost, not posthuman“ an, der uns zu sympoietischen Formen des Lebens-und-Sterbens-Mit nicht/menschlichen Krittern aufruft. Gemeint ist damit, dass nichts aus sich selbst hervorgeht oder in sich selbst ist, sondern die Verschränkung einander fremder, nichtidentischer Welten auf dem Spiel steht. Mit Bezug auf neomaterialistische Theorien wollen wir nach den techno-kapitalistischen, materiellen und ethischen Implikationen fragen, die eine algo- rithmische Ontoepistemologie auszeichnen. Im diffraktiven, also gleichwertigen Durcheinander-Hindurch-Lesen von algorithmischer und neomaterialistischer Theorie ergeben sich Interferenzmuster, in denen sich die Stränge gegenseitig durchkreuzen, verantworten, verhindern und/oder weiterschreiben. Die sich zeigenden Effekte von Differenzen fordern und ermöglichen neue Formen der response-ability, die ein je schon Anders-Werden des Algorithmischen, Nicht/Menschlichen, Mehr-als-Menschlichen und unserer Theoretisierung zulassen/markieren.

Vor allem treibt uns die Frage um, ob das Algorithmische als transhumanistische Allmachts-Narration des Technokapitalismus eine anthropozentrische Herrschaftsgeste vollzieht, denn gerade in Zeiten der globalen Pandemie erfahren digitale Lösungsstrategien eine neuerliche Bestärkung, oder ob wir mit der kritischen Methode des Kompostierens eine radikale Immanenz einfordern können, die auch das ‚Alien‘ des Algorithmischen im Geflecht von Welt/en verwebt und so Un/bestimmtheiten einschreibt, die Ethiken des Unverfügbaren einfordern.

Bitte meldet Euch unter folgender Adresse für den Workshop an: queer-compost@gmx.de

Vor dem Workshop erhaltet Ihr zur Vorbereitung Texte, die wir dann gemeinsam diskutieren und kompostieren wollen. Der Workshop wird auf Zoom veranstaltet. Ihr erhaltet die Zugangsdaten per eMail.

Viele Grüße von der Rheinischen Sektion der Kompostistischen Internationale (Friederike Ahrens, Jakob Ginster, Lisa Handel, Fedora Hartmann, Christiane König, Lisa Krall, Sina Musche, Joshua Ben Pesch, Susanna Schoenberg, Fiona Schrading, Jannis Steinke, Katja Stüben, Katharina Tiemann, Stephan Trinkaus)

AG Treffen GfM Jahrestagung 2020

Wir laden ganz herzlich zum diesjährigen AG Treffen im Rahmen der Jahrestagung der GfM ein! 


2.10.2020 // 15.30-16.30 Uhr 


Ihr müsst euch für die Konferenz wie auch den Zugang zu den einzelnen Veranstaltungsformaten anmelden: https://gfm2020.blogs.ruhr-uni-bochum.de/anmeldung/

Im Rahmen der Mitgliederversammlung findet die Preisverleihung des Best Publication Award Gender und Medien 2020 statt.


1.10.2020 // 15.00-18 Uhr

CfP Best Publication Award Gender und Medien 2020

Der Best Publication Award Gender und Medien wird 10! Die AG Gender/Queer Studies und Medienwissenschaft der Gesellschaft für Medienwissenschaft freut sich über zahlreiche Einsendungen von Texten bis zum 31. Juli 2020. Die Verleihung des mit 1000€ dotierten Preises findet im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft Ende September in Bochum statt.

Gegen Antigenderismus in der Wissenschaft und darüber hinaus – Eine Resolution der Gesellschaft für Medienwissenschaft

Auf Initiative der AG Gender/Queer Studies und Medienwissenschaft hat die Gesellschaft für Medienwissenschaft auf ihrer Jahrestagung im September 2019 diese Resolution diskutiert und verabschiedet:

Gegen Antigenderismus in der Wissenschaft und darüber hinaus

Antigenderismus zeigt sich in den letzten Jahren in verschiedenen Formen und Graden. Gender Studies als Fach werden selbst in der gemäßigten überregionalen Presse angegriffen, die Forschungen verdreht und selektiv falsch dargestellt, um ihre angebliche Nicht-Wissenschaftlichkeit zu demonstrieren. Neben diesen antigenderistischen Diskursen werden auf einer realpolitischen Ebene Gender Studies durch gezielt abwertende Anfragen an Länderparlamente unter Legitimationsdruck gesetzt. 

Immer häufiger erleben wir zudem Formen der Kommunikation, die nicht mehr nur die Gender Studies allgemein, sondern zunehmend auch Forschende direkt angreifen. Lehrende und Forschende im Bereich der Gender Studies werden öffentlich diffamiert und persönlich mit Drohgebärden überzogen. Dies betrifft Wissenschaftler*innen in prekären bzw. befristeten Beschäftigungsverhältnissen besonders hart. Die gezielten Hetzkampagnen und Einschüchterungsversuche sind Angriffe auf ihre wissenschaftliche Arbeit, ihren ökonomischen Lebensunterhalt und ihre seelische Gesundheit. Wenn Akteur*innen einer Disziplin wie Gender Studies eingeschüchtert werden, steht auch die Freiheit medienwissenschaftlicher Forschung auf dem Spiel.

Rechte, populistische Parteien machen den Kampf gegen Gender Studies und Geschlechterentwürfe jenseits der Zweigeschlechtlichkeit zu einem ihrer zentralen Schauplätze. Die traditionelle heterosexuelle Familie und das Zweigeschlechtermodell werden mobilisiert, um auch die nationale Einheit als affektives Bindungsmodell zu installieren. In Folge verschiebt sich das gesellschaftliche Klima, im Backlash richten sich rechtskonservative Diskurse gegen Forschungen, die (nationalrassistische) Familien-, Geschlechter- und heteronormative Begehrensmodelle ins Zentrum ihrer kritischen bzw. dekonstruktiven Auseinandersetzung stellen. Häufig werden Angriffe gegen Gender Studies auch als Verteidigung der Neutralität der Wissenschaften gesetzt, um diese zu diskreditieren.

Die Ablehnung von Geschlechterforschung und kritischer Wissenschaft bekommt auch in anderen Disziplinen Aufwind. Besonders angegriffen werden intersektionale, auch postkoloniale Ansätze, die der Gleichsetzung von Feminismus und westlichen Werten ein differenziertes, komplexeres Bild von Feminismen*, internationalen queeren Bewegungen sowie mehrkategorialen Verflechtungen entgegensetzen. In diesem Zusammenhang lässt sich auch eine anti-intellektuelle Haltung wahrnehmen, die Wissenschaft in ihrer Aufgabe, Gesellschaft und Gegenwart in ihrer Komplexität (anzu-)erkennen, in Frage stellt. Das geht weit über die konkrete Einschüchterung einzelner Fächer hinaus und geht uns alle an. Es ist daher im Sinne der freien Wissenschaft wichtig, sich solidarisch mit den angegriffenen Wissenschaftler*innen zu verhalten und weiter für den Verbund aus Gender Studies, Queer Studies und Medienwissenschaft einzustehen. Nicht nur weisen diese Fächer eine lange gemeinsame Genealogie auf, sondern teilen sich Methoden und ein kritisches Selbst-und Wissenschaftsverständnis.

Als Fachgesellschaft Medienwissenschaft beobachten wir mit Besorgnis den Umschwung des Diskussionsklimas, in dem der öffentliche pluralistische und die Würde Einzelner achtende Diskurs aufgekündigt und zu einer entwertenden und teilweise sogar bedrohlichen Sprache gewechselt wird. Wir sehen ebenfalls mit Besorgnis, wie sich der Diskurs zu einem aus rechtem Populismus, Antiintellektualismus und Rassismus bestehenden toxischen Cocktail aus nicht immer einheitlich verursachten, aber sich verstärkenden Diskurssträngen vermischt und gegen Personen und ihre Forschung entlädt. Wir arbeiten der zunehmenden Verschiebung des Diskursklimas, welches Forschung im Bereich von Gender und Queer Studies durch öffentliche Diskreditierungen, institutionelle Drohungen oder Kürzungen unterwandert und/oder verunmöglicht, entschieden entgegen.

Um im Weiteren aus Perspektive der Fachgesellschaft besser mit der sich zuspitzenden Situation umgehen zu können, berufen wir im Vorstand der GfM eine Ansprechperson. Sie fungiert als Anlaufstelle und dient in erster Linie dazu, antigenderistische Angriffe und Vorkommnisse zu dokumentieren. Zu den Vorkommnissen zählen wir auch, wenn bekannt wird, dass Genderdenominationen gestrichen oder abgewandelt sowie Kürzungen vorgenommen werden. Es soll über die Einrichtung dieser Stelle signalisiert werden, dass die Fachgesellschaft nicht länger still beobachtet, sondern erste Schritte zur Solidarisierung unternimmt.

Den betroffenen Wissenschaftler*innen sprechen wir unsere Solidarität aus und bekräftigen, Ansätze einer intersektional aufgestellten Gender-und Medienwissenschaft zu unterstützen. Wir erachten diese als zentrales Element einer zeitgenössischen Medienwissenschaft. Daher treten wir auch weiter für Professuren und Institutionen ein, die die Genderforschung institutionell im Gefüge mit der Medienwissenschaft verankern.

Download als PDF: «Gegen Antigenderismus in der Wissenschaft und darüber hinaus»

AG Workshop: Sex und Diskriminierung – Materialitäten, Methode(n), Macht

Im Anschluss an das Symposium Queeres Kino|Queere Ästhetiken als Dokumentationen des Prekären des Graduiertenkollegs „Das Dokumentarische. Exzess und Entzug“ findet an der Ruhr-Universität Bochum am 27. April 2019 der Workshop der AG Gender/Queer Studies und Medienwissenschaft statt.

Unter dem Titel “Sex und Diskriminierung –  Materialitäten, Methode(n), Macht” möchten wir Diskussionen aufnehmen und fortsetzen, die vom Bekanntwerden des sogenannten Falls Reitman/Ronell im Sommer letztes Jahr angestoßen wurden, in ihren Gegenständen und Argumenten aber weit über diesen hinausreichen und fortdauern.

So werden wir den Komplex von sexual harrassment, campus security, Macht- und Abhängigkeitsverhältnissen in neoliberalen Universitäten erneut in den Blick nehmen und mit der Frage verbinden, wie (queere) Theorie dazu im Verhältnis steht. Konkreter wollen wir uns Überlegungen widmen, wie die Wahrnehmung von und Positionierung in Institutionen sich möglicherweise entlang eines Generationenunterschieds ausgestaltet und wie diese Differenz auch Resonanz unterschiedlicher Theoriepolitiken ist. Diese Diskussionen sollen Anschluss eröffnen für eine Beobachtung der eigenen universitären Institutionen und deren Umgang mit sexueller Diskriminierung, der (Nicht-)Übertragbarkeit von Title IX-Verfahren auf Hochschulen im deutschsprachigen Raum und der Frage danach, welche oder was für Protokolle es stattdessen (nicht) gibt.

Wir laden alle Interessierten herzlich ein, sich an der Diskussion zu beteiligen. Die Teilnahme steht allen offen, unabhängig von einer Mitgliedschaft in der AG.

Weitere Informationen und Lektüren zur Vorbereitung finden sich unter https://das-dokumentarische.blogs.ruhr-uni-bochum.de/events/.

Anmeldung unter Jasmin.Degeling@rub.de bis zum 15. April 2019.

Jasmin Degeling, Philipp Hanke, Sarah Horn, Mary Shnayien, Leonie Zilch

Call for Papers: Best Publication Award Gender & Medien 2019

In der Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Gender und Medien ergeben sich grundlegende Fragestellungen medienwissenschaftlicher Forschung. Dabei geht es zum einen um die politische Rolle, die soziale Funktion und die kulturelle Bedeutung von Medien und Medientechniken im Verhältnis zu den in komplexe Machtverhältnisse eingelagerten Konstruktionsweisen von Geschlecht und seinen Interdependenzen mit Sexualität, Race, Klasse, Dis-/Ability und anderen Differenzkategorien. Zum anderen werden die ästhetische Erfahrung von audiovisuellen Re/Präsentationen und die geschlechtliche Codierung materiell-diskursiver Interferenzen adressiert. Die medienwissenschaftlichen Ansätze stellen sich dabei so vielfältig dar wie es die Diversität und Komplexität von Differenz- und Konstitutionsprozessen in und durch mediale Verfahren erfordern. Es werden sowohl Theorien und Methoden entwickelt, um wissenshistorische wie -theoretische Prämissen zu untersuchen, als auch neue Forschungsfragen und -felder generiert.

Um laufende Forschungsarbeiten aus dem Bereich der Gender Media Studies hervorzuheben und zu fördern, hat die AG Gender/Queer Studies und Medienwissenschaft der Gesellschaft für Medienwissenschaft den „Best Publication Award Gender & Medien“ ins Leben gerufen, der 2010 erstmals verliehen wurde. Er ist mit 1000 € dotiert. Zu den inhaltlichen Kriterien der Auszeichnung zählen die Reflexion der eigenen Position im Feld von Gender und Medien, ein innovativer Forschungsansatz sowie ein klarer theoretisch-konzeptueller Umgang mit der behandelten Thematik und dem analysierten Material.

Wir möchten insbesondere den wissenschaftlichen Nachwuchs auffordern, Texte einzureichen. Neben Artikeln in Sammelbänden und Zeitschriften können auch Essays und andere Textformen eingereicht werden. Neben Beiträgen einzelner Autor_innen sind kollektiv bzw. kollaborativ verfasste Texte oder Interviews ausdrücklich erwünscht. Ausgeschlossen sind Monografien, Qualifikationsschriften, ganze Sammelbände und einzelne Zeitschriftenausgaben. Texte können in deutscher oder englischer Sprache eingereicht oder vorgeschlagen werden, wenn sie im Jahr 2018/19 (01.01.18 bis 01.07.19) publiziert wurden. In Druck befindliche oder vor Januar 2018 publizierte Texte ebenso wie Zweiteinreichungen können nicht berücksichtigt werden. Pro Person darf nur eine Publikation eingereicht oder vorgeschlagen werden. Bei mehrfacher Autor_innenschaft gilt jede_r Autor_in als Einreicher_in.

Der Text wird von der Jury der AG Gender/Queer Studies und Medienwissenschaft ausgewählt und der Preis im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft Ende September 2019 in Köln verliehen. Die Jury setzt sich zusammen aus: Jennifer Eickelmann, Maja Figge, Louise Haitz, Anja Michaelsen, Linda Waack und Anke Zechner.

Einsendeschluss: 31. Juli 2019

Den Text bitte (als pdf) an folgende Adresse senden:

award-gender-medien@gfmedienwissenschaft.de

Rückfragen bitte ebenfalls an diese Adresse.

CFE: Mütter schreiben – Über die (Un-) Vereinbarkeit von Mutterschaft und Wissenschaft

cfe – call for experiences (Call als PDF)

Sind Sie Wissenschaftler*in? Und Mutter? Und Selbstoptimierer*in? Und eigentlich Feminist*in? Und Haushälter*in? Und Tochter? Und Partner*in? Vielleicht gibt es noch mehr Identitätspositionen und Herrschaftsverhältnisse, die Sie in ihrem Leben bekämpfen, akzeptieren, vereinen müssen? Fragen Sie sich, warum Sie Kinder oder keine Kinder wollten? Oder was es mit Ihnen, Ihrem Leben, Ihrem Körper und Ihren Beziehungen gemacht hat, Mutter oder nicht Mutter zu werden? Falls eine dieser Fragen für Sie interessant klingt, fordern wir Sie auf, auf diesen call for experiences zu antworten.

„Mütter schreiben“ (AT) ist ein Erfahrungs-/Sammelband von und über Mütter in der Wissenschaft. Wir sammeln Stimmen von selbstidentifizierten (Nicht-)Müttern, die wissenschaftlich arbeiten und die sich mit der Idee, Kinder haben oder nicht haben zu wollen, auseinandersetzen oder genervt davon sind. Wir freuen uns auch über Einreichungen von Müttern, deren Erfahrungen schon länger zurückliegen, mit erwachsenen Kindern oder die aktuell nicht mehr im Wissenschaftsbetrieb sind. Wir wollen vielfältige Stimmen sammeln, die in erster Linie Erfahrungs- und Reflexionenbeschreibungen sein sollen. Dabei sind verschiedene Textsorten denkbar, wie Berichte, Analysen, Betrachtungen, Gedichte, Listen oder auch wissenschaftliche Auseinandersetzungen. Anonyme oder kollaborative Texte sind ebenfalls möglich.

Die Herausgeber*innen sind daran interessiert, die Begrenztheit des Mutterbildes in Deutschland und dessen Kollision mit der Tätigkeit als Wissenschaftlerin zu thematisieren. Dabei ist insbesondere auch die Einbeziehung nicht-deutsch-sozialisierter, marginalisierter, nicht-heteronormer, jenseits der Kleinfamilie lebender und positionierter Menschen zentral.

Wir freuen uns über Einsendungen jegliches Genres im Umfang eines Abstracts von maximal einer Seite bis 28.02.2019 an:

muetterschreiben@gmail.com

Der komplette Beitrag (maximal 10 Seiten) ist bis zum 31.05.2019 fällig.

Herausgeberinnen:
Dr. Sarah Czerney (Leibniz-Institut für Neurobiologie Magdeburg)
Dr. Lena Eckert (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)
Dr. Silke Martin (Universität Erfurt)